Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr
in den Räumen der Tafel Göttingen (Mauerstraße 16/17, 37073 Göttingen)

  • durch motivierte und engagierte Jurastudenten/innen
  • mit anwaltlicher Kontrolle im Hintergrund (Rechtsanwälte Tobias Weissenborn und Dr. Uwe Betjen)
  • in Kooperation mit der Tafel Göttingen e. V. Vertraulich, persönlich & unentgeltlich

Informationen für Ratsuchende
Wo findet die Beratung statt?
Sie finden uns in den Räumen der Tafel Göttingen (Mauerstraße 16-17, 37073 Göttingen).

Wann ist die Beratung?
Jeden Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr.

Entstehen für mich Kosten oder Verpflichtungen?
Nein. Die Rechtsberatung ist komplett kostenfrei. Es entstehen auch keinerlei Verpflichtungen. In der Regel werden wir Ihren Namen wissen wollen, damit wir wissen, wer uns gegenüber sitzt und für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass die Rechtsanwälte mit ihrem Rechtsproblem schon von der Gegenseite beauftragt sind.

Kann ich im Vorfeld Termine vereinbaren oder telefonische Beratung bekommen?
Nein. Wir beraten ausschließlich persönlich und nur in den festgelegten Zeiten.

Was sind die häufigsten Probleme, bei denen sich Rat geholt wird?
In vielen Fällen bestehen Probleme mit Ämtern, insbesondere der ARGE oder Jobcentern, aber auch mit anderen Behörden. Darüber hinaus spielen Mietstreitigkeiten, Probleme mit dem Arbeitgeber oder allgemeine Rechtsprobleme eine Rolle. Die häufigsten Rechtsgebiete sind somit das Sozial- und Arbeitsrecht, allgemeines Zivilrecht (Schwerpunkt Mietrecht) und das Verwaltungsrecht.

Gibt es Beschränkungen hinsichtlich meines Themas?
Nein, generell beraten wir Sie umfassend und zu allen Fragen. In besonderen Fällen werden wir Sie aber zügig an spezialisierte Stellen weiterleiten.

Wird vertraulich mit meiner Angelegenheit umgegangen?
Die Vertraulichkeit ist gesichert. Die beratenden Studierenden unterliegen denselben Anforderungen an die Verschwiegenheit wie die Rechtsanwälte. Verstöße könnten für die Studierenden zu zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen führen. In nunmehr fast 4 Jahren der Beratungstätigkeit ist kein Fall aufgetreten, bei dem es Probleme mit der Vertraulichkeit gegeben hätte.

Wissen die Studierenden was sie tun, kann ich mich auf die Beratung verlassen?
Die Beratung wird von engagierten Studierenden höherer Semester durchgeführt, die schon einiges an Rechtskenntnissen erlangt haben. Dies allein wäre aber zu wenig. Bei jedem Beratungsgespräch ist immer ein Rechtsanwalt zugegen, der auch in das Gespräch eingreift, Fehler korrigiert und die Aussagen der Studierenden ergänzt. In sehr seltenen Fällen, auf Grund der Komplexität der Materie, führen wir nur eine allgemeine Beratung durch und verweisen die Ratsuchenden an Fachanwälte weiter.

Kann ich mich auch durch die Studierenden vertreten oder weiter betreuen lassen?
Die ist nicht möglich. Zum einen hat dies (Prozess-)rechtliche Gründe, da die einschlägigen Verfahrensordnungen höhere Anforderungen an die Rechtsvertreter verlangen, als die Studierenden sie bereits erlangt haben. Zum anderen soll und will das Projekt keine Konkurrenz zu Rechtsanwälten darstellen. Vielmehr geht es uns um eine Erstberatung (s. oben). Selbstverständlich können Sie aber mit verschieden Rechtsproblemen und mehrfach zu uns kommen.

Hintergrund
Die Idee hinter dem Projekt ist, dass sozial schwächer gestellten Personen in ihrem Alltag oft Unrecht widerfährt. Nur selten wissen sie aber um ihre Möglichkeiten, Ihre Rechte zu verteidigen. Aufgrund von Unsicherheit oder wegen Fehlvorstellungen hinsichtlich der Kosten trauen sich viele dieser Personen nicht einen Anwalt aufzusuchen. In diese Lücke möchte das Projekt als niederschwelliges Angebot treten. Die Hürde des Anwaltsbesuchs soll genommen werden. Die Menschen können in der ihnen vertrauten Umgebung der Tafel, wo sie auch sonst ihre Lebensmittel bekommen, unverbindlich Beratung und Hilfe durch qualifizierte Rechtsanwender bekommen. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, sie über das in ihrem Fall konkret zu Grunde liegende Rechtsproblem zu informieren, sodass sie ihre eigene Situation selbst einschätzen können. Auch sollen ihnen Rechtsschutzmöglichkeiten im Wege der Beratungs- und Prozesskostenhilfe aufgezeigt werden. Kleinere Probleme, die etwa durch Aufsetzen eines Schreibens behoben werden können, werden auch sofort vor Ort gelöst.

Auf der anderen Seite profitieren aber auch die beratenden Studierenden von der Rechtsberatung. Sie beginnen früh mit dem Erlernen und Trainieren des essentiell wichtigen Mandantengesprächs, darüber hinaus kommen die Studierenden in Kontakt mit ihrer späteren beruflichen Praxis. Ferner verlassen sie für eine gewisse Zeit den „Elfenbeinturm“ der Universität und erleben hautnah die sozialen Probleme und Nöte, die es in dieser Gesellschaft eben auch gibt. Die Initiatoren erachten dies – neben anderen Aspekten – als einen wertvollen Punkt in der Ausbildung zu verantwortungsbewussten Juristen und Juristinnen. Es besteht also eine klassische „Win-Win-Situation“: Denn diese Hilfe durch Rechtsberatung ist keine „Almose“, vielmehr profitieren alle Seiten und der pro bono Gedanke wird erfüllt.

Entwicklung
Nach einer Vorbereitungsphase von fast einem Jahr, wurde das Rechtsberatungsprojekt im September 2011 an der Universität Göttingen von engagierten Studierenden in Zusammenarbeit mit der Tafel Göttingen e.V. gegründet. Aufgabenstellung des Projektes ist die wöchentliche Durchführung von juristischen Beratungsgesprächen mit ratsuchenden Personen durch Studierende, in der Regel ab dem vierten Fachsemester. Seit der Gründung hat sich der Kreis der beratenden Studierenden stetig vergrößert, insgesamt haben ca. 200 Studierende bereits Beratungsgespräche mit Rechtsuchenden durchgeführt. Das Projekt ist auch als Schlüsselqualifikation durch die Juristische Fakultät der Universität Göttingen anerkannt worden und war bereits Gegenstand von mehreren, teils überregionalen, Medienberichten.
Verantwortliche
Das Göttinger Rechtsberatungsprojekt wird getragen und unterstützt von verschiedenen Personen. Von Seiten der Studierenden wird das Projekt betreut und geleitet von Hannes Brost und Simon Steinhof, die beide in Göttingen Jura studieren. Diese waren es auch, die das Projekt initiierten und auf den Weg brachten. Dabei wurden sie unterstützt von der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen.

Doch kommt eine solche Beratung aus praktischen aber auch aus juristischen Gründen nicht ohne die Hilfe und Betreuung von erfahrenen Juristen und Rechtsanwälten aus. Hier engagieren sich die Göttinger Rechtsanwälte Tobias Weissenborn und Dr. Uwe Betjen. Sie sichern, durch ihre Anwesenheit und – sofern nötig – auch durch Übernahme der Beratung, die Qualität und Richtigkeit, sowie Vollständigkeit der Beratung. Ohne diesen Beitrag wäre das Projekt nicht denkbar.

Schlussendlich braucht es aber auch einen starken Partner, der den Kontakt zu den Ratsuchenden herstellt und das Projekt in ganz praktischen Dingen, wie etwa der Raumfrage, unterstützt. Hier ist die Tafel Göttingen zu nennen, vertreten durch die Geschäftsführerin Frau May, die stets hilft, wo sie nur kann, und das Projekt von Anfang an gefördert hat.

Kontakte
Sie haben Fragen, Anregungen oder Kritik? Sie möchten als Pressevertreter oder gesellschaftlich engagierte Person Kontakt zu uns aufnehmen?

So können Sie uns erreichen:

Martina May, Tafel Göttingen e.V.
Mail: info@goettinertafel.org
Tel. 0551 – 5 10 30

Simon Steinhof, Georg-August-Universität Göttingen, Juristische Fakultät
Mail: simon.steinhof@jura.uni-goettingen.de
Tel. 0551 – 3921765


Projekt “Rechtsberatung” erhält Niedersachsenpreis 2016

Simon Steinhof, der gerade sein Jurastudium abgeschlossen hat, wurde im November 2016 mit dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement in der Kategorie Soziales geehrt. Gemeinsam mit einem Kommilitonen hat er seit 2011 die Rechtsberatung bei der Tafel Göttingen aufgebaut und in Kooperation mit zwei Göttinger Rechtsanwälten und weiteren Jura-Studenten Bedürftigen kostenlos Rechtsrat erteilt.
Herr Steinhof hat der Tafel Göttingen e.V. nun 1.000 Euro aus dem Preisgeld, das mit der Auszeichnung verbunden ist, gespendet.

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(v. links: RA Tobias Weissenborn, Simon Steinhof, Martina May, RA Dr. Uwe Betjen)

Wir freuen uns natürlich sehr über die Spende und hoffen, dass das Projekt noch viele Jahre bestehen wird.
Hier können Sie sich das Bewerbungsvideo ansehen

 

Studentische Rechtsberatung Tafel Statistik 2016

– 42 Termine
– 112 Beratungsleistungen

Schwerpunkte:

– Mietrecht (31 Beratungen)
– Sozialrecht (29 Beratungen)
– Verbraucherschutzrecht, Vertragsrecht, allg. Zivilrecht (9 Beratungen)
– Strafrecht (9 Beratungen)
– Arbeitsrecht (8 Beratungen)
– Asyl-/Ausländerrecht (6 Beratungen)
– GEZ-Probleme (5 Beratungen)

Kommentar:

Wie bereits in den Vorjahren bilden das Sozialrecht und das Mietrecht den Schwerpunkt unserer Beratungstätigkeit. Darin spiegeln sich soziale Probleme in der Stadt und im Umland wieder. Trotz verschiedener spezialisierter Angebote in Göttingen, bemerken auch wir eine Zunahme der Beratungen im Asyl- und Ausländerrecht. Auffällig ist ferner, dass wir mehr strafrechtliche Beratungen zu verzeichnen hatten.