Gelebte Integration: Pilotprojekt von der Tafel-Akademie gGmbH in der Tafel Göttingen e.V. gestartet

In Göttingen ist das Pilotprojekt „Freiwilligenarbeit als Hilfe für Flüchtlinge bei den Tafeln“ gestartet. Ziel des dreijährigen Projekts ist die Qualifizierung von Ehrenamtlichen für besondere Herausfor-derungen in der Arbeit mit Flüchtlingen. Gleichzeitig soll deren Integration in den Tafelbetrieb und somit in die Gesellschaft gestärkt werden. Das Projekt wird von der Aktion Mensch gefördert.

Über 1.200 Bedürftige suchen monatlich bei der Tafel Göttingen e.V. Unterstützung, ca. 42 Prozent davon sind Geflüchtete. Dies bringt neue Herausforderungen für den alltäglichen Betrieb mit sich. Verständnisschwierigkeiten durch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede stellen nur einen Aspekt von vielen dar. Denn die Tafeln sind von Beginn an in der Flüchtlingszusammenarbeit involviert. Häufig sind diese einer der ersten Anlaufstellen für Geflüchtete in Deutschland. Die Tafeln werden zu einem Ort der Begegnung- mit neuen Mitmenschen, einer neuen Kultur und einer neuen Heimat. Die Integrations-arbeit ist jetzt ein fester Bestandteil der Tafel-Arbeit und wird weiter unterstützt.

Das Pilotprojekt „Freiwilligenarbeit als Hilfe für Flüchtlinge bei den Tafeln“ wird von der Tafel Akademie durchgeführt, deren Ziel es ist, die ehrenamtlichen Tafel-Helfer weiterzubilden und in ihrem Engagement zu unterstützen. Das Programm wird von Aktion Mensch gefördert und an den drei Standorten Marburg, Göttingen und Bremerhaven umgesetzt. Göttingen wurde ausgewählt, weil viele Flüchtlinge zur „Tafel“ kommen, aber auch, weil Göttingen als liberale Stadt gilt, deren Bürgerinnen und Bürger neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen sind, nicht zuletzt durch die vielen Studierenden.

Das Programm hat drei Phasen: Zuerst werden die Tafel-Aktiven in Fragen der Flüchtlingszusammen-arbeit weitergebildet, um das interkulturelle Verständnis zu fördern und Know How über Fluchtursachen und die Herkunftsländer zu vermitteln. Anschließend liegt der Fokus auf der Integration von Flüchtlingen in den Tafelbetrieb unter anderem durch die Etablierung von Zusatzangeboten. Ziel ist schließlich, dass Flüchtlinge in der Lage sind, selbst integrative Kurse unter dem Dach der Tafel anzubieten und so Hilfestellung für Neuankömmlinge geben zu können.